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Willkommen bei Familie SCHMIDT´s Webseite!

Mein Name ist A. Rolf SCHMIDT und ich bin der Webmaster dieser Webseite.

Diese Seite wurde mit Hilfe von MyHeritage.com erstellt. Das ist ein großartiges System, das es jedem ermöglicht, eine Seite für seine Familie zu erstellen und seinen Familienstamm- baum im Internet zu veröffentlichen.
Wenn Sie Kommentare oder Feedback zu dieser Seite haben, klicken Sie bitte auf <rolf@schmidt-genealogy.net>, um mich zu kontaktieren.

Wünsche viel vergnügen, bei der Durchsicht unserer Webseite.

Rolf SCHMIDT

Unser Familienstammbaum ist auf dieser Seite veröffentlicht! Unser Stammbaum enthält 997 Namen. Das früheste Ereignis ist: Geburt von Wilhelmus LOEREN (16. Apr. 1646). Das letzte Ereignis ist: Geburt von <Gizli> Raab (26. Jun. 2009).
Die Seite wurde zuletzt am 5. Jul. 2009 aktualisiert und hat derzeit 7 registrierte(s) Mitglied(er). Siz de üye olmak istiyorsanız, lütfen hier'e tıklayın.

Viel Vergnügen!

Aile haberleri
Haber konuları
Yerel haberler:Todes-Anzeige.
Alrosch tarafından 7 Haz 2009 03:40 tarihinde eklenmiştir

Lissy LANGHEINRICH, * 14.02.1926 in Dölkau b. Merseburg,

ist verstorben, am 12.05.2009 in Dölkau b. Merseburg.

Sie war eine Cousine von Alfred Rolf SCHMIDT, Ihre Kinder hatten eine Verbindung zu Alfred Rolf verboten.

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Aile hatıraları:Forschung
Alrosch tarafından 23 May 2009 06:22 tarihinde eklenmiştir
Familienerinnerungen:Meine Geschichte, selbst erlebt und am 14.01.2009 in der VHS in Krefeld vorgetragen.
Erstellt von: Alfred Rolf SchmidtDas sind Sie am 14. Apr. 2008 06:17

Vortrag

Meine Damen und meine Herren,

wir werden Ihnen heute eine unglaubliche, aber wahre Geschichte erzählen. Es ist eine Lebensgeschichte von einem unserer Mitglieder und wir verraten erst zum Schluss, um wen es sich handelt. Diese Geschichte ist tatsächlich so außergewöhnlich und zum Teil mysteriös, wie es nur die Wirren der Vorkriegszeit, des Krieges selbst und der Nachkriegszeit mit sich bringen können.

Wir erzählen das bisherige Leben dieser Person in der Ich-Form, so als hätten wir es selbst erlebt, um es etwas spannender zu machen.

Im Jahre 1914 beginnt der Erste Weltkrieg, Tausende Menschen müssen auf dem Schlachtfeld und in der Heimat ihr Leben lassen. 1918 ist der Krieg zu Ende und der Kaiser geht ins Exil nach Holland. Ihm ging es weiterhin gut, aber die Bürger und kleinen Leute mussten ganz schön darben.

Ein Jahr alt

Kaum zwei Jahre später - 1920 - heirateten meine Eltern in Leipzig. Es wurden sieben Kinder geboren. Das jüngste Kind bin ich, 1934 in Dölkau bei Merseburg in Sachsen-Anhalt geboren.

1935 wurde meine Ehelichkeit angefochten, die Ehe meiner Eltern brach 1936 auseinander und ich bekam daraufhin den Familiennamen meiner Mutter.

Mir wurde erzählt, das 1936 schwarze Limousinen vor dem Haus, Dorfstrasse Nr. 6, in Dölkau vorgefahren sind und uns 7 Kinder eingeladen haben, damit wahren wir von der Bildfläche des Dorfes verschwunden.

Alle meine Geschwister kamen in verschiedeneKinderheime. Ich selbst kam nach Osterburg in der Altmark und von dort zu Pflegeltern nach Apenburg, ebenfalls in der Altmark bei Stendal.

Sechs Jahre alt

Meine Mutter heiratet im November 1940 erneut und sie holte mich wieder zu sich nach Leipzig. Ich habe nur noch eine schwache Erinnerung an diese Zeit, denn im Sommer darauf steckte sie mich wieder in das Kinderheim nach Osterburg in der Altmark. In Osterburg wurde ich sehr krank und kam zur Behandlung in das dortige örtliche Krankenhaus. Hier erinnere ich mich an viele verwundete Soldaten. Auch dort habe ich meinen ersten Flieger-Alarm erlebt. Alle Patienten wurden in den Keller des Krankenhauses transportiert. Nachdem ich wieder gesund war, kam ich in ein anderes Kinderheim nach Moschwig bei Bad Schmiedeberg in Sachsen-Anhalt. Dort war ständig ein älteres Mädchen bei mir, ich schätze ihr Alter auf 12 bis 14 Jahre. Es musste ständig auf mich aufpassen und musste mich trösten, dann ich war eine Zeit lang nur traurig und hatte Heimweh.

Ein paar Mal bin ich ausgerissen. Einmal war ich in Eilenburg, das liegt im Regierungsbezirk Leipzig. Ich habe dort in einem parkähnlichen Gelände unter einem Baum geschlafen, dessen Äste bis auf den Boden hingen. Ein Parkwächter holte mich am nächsten Morgen raus und übergab mich der Polizei, die mich dann wieder ins Heim zurück brachte.

Ein anderes Mal, es war das Jahr 1944, wir waren fünf oder sechs Kinder, sind wir über die Brücke der Elbe gegangen und schlichen uns um einen Bauernhof herum. Es war schon dunkel geworden und die Bäuerin hatte uns entdeckt. Sie hat uns ins Haus geholt, hat uns ausgefragt, wo wir her kämen und wo wir hin wollten, und hat uns schließlich etwas zu Essen gegeben. Zurück ins Kinderheim, dazu war es schon zu spät, so wurden wir einfach in die großen Ehebetten des Bauern gesteckt. Am anderen Morgen wurden wir freundlich geweckt, es gab wieder reichlich zu essen und als wir mit dem Essen fertig waren, kam die Polizei und brachte uns Ausreißer in einem Bus zurück ins Kinderheim. Ein paar Mal bin ich noch ausgebüxt, nach einiger Zeit kam ich immer wieder zurück und wurde erst mal unter die Dusche gestellt und abgeschruppt, danach gab es immer eine Tracht Prügel.

Auch in Moschwig gab es mehrmals Flieger-Alarm. Wir mussten abends unsere Sachen so hinlegen, dass wir uns im Dunklen anziehen konnten. Wenn die Sirenen dann brüllten, mussten wir alle aus den Betten, uns anziehen, jeder musste eine Decke mitnehmen und wir mussten uns im Hof sammeln. Von dort mussten wir in den etwa 200 Meter entfernten Wald laufen und warteten dort, bis der Flieger-Alarm vorbei war. In dem Wald konnten wir beobachten, wie Scheinwerfer den Himmel nach feindlichen Bombern absuchten. Ab und zu wurde eine Maschine getroffen. Für uns Kinder war das sehr aufregend. Wir haben beobachtet, wie sich Piloten mit dem Fallschirm retteten und in der Luft noch schwebend abgeschossen wurden.

In der Nähe unseres Kinderheims, tief im Wald, stand ein Aussichtsturm. Dort fand ein Luftangriff statt. Am nächsten Morgen schauten wir zu dem etwa 250 Meter von uns entfernten Bahnhof. Wir konnten von unseren Schlafzimmerfenstern alles genau beobachten. Der kleine Bahnhof war voller Jungen und Mädchen, alle in Jungvolk-Uniformen. Es waren Hunderte, darunter sehr viele verletzte Jugendliche, sie waren verbunden worden. Einige Tage später sind wir mit unserer Erzieherin zum Aussichtsturm gewandert und wollten uns die Zerstörung durch den Luftangriff ansehen. Es war schrecklich. Die Tannen rund um den Aussichtsturm waren bis zur Hälfte abrasiert, überall lagen Metallsplitter, Holz, Äste, zerrissene Zelte und Zeltplanen.

Im April 1945 sind dann bei uns in Moschwig die Russen einmarschiert. Sie kamen mit Panchewagen, das sind Wagen mit einer Plane darüber und von zwei Pferden gezogen. Auf den Wagen saßen jeweils ein paar russische Soldaten, auf einigen waren auch Frauen dabei. Neben der Straße fuhren die russischen Panzer und machten einen riesigen Krach. Wir Kinder hatten Angst, wie alle anderen auch, aber wir waren auch sehr neugierig auf die russischen Soldaten.

Der einfache russische Soldat hatte nichts zu sagen. Ich habe in Erinnerung, sie waren auch sehr schmutzig und rochen nach Machorka, das ist Tabak, und nach Schnaps.

Abends wurden unsere Erzieherinnen von den Russen abgeholt und zur russischen Kommandantur nach Bad Schmiedeberg gebracht. Am nächsten Morgen wurden sie wieder zurück gebracht.

Nach dem Einmarsch der Russen bekamen wir mehrere Jungen in unser Heim. Wie ich später erfuhr, waren es Kinder von im KZ umgebrachten jüdischen Eltern. Ein paar Wochen später wurden diese Kinder wieder abgeholt. Ich erinnere mich an einen Jungen, dessen Ohren sehr stark eiterten, er wurde mehrmals am Tag neu verbunden.

Auch bekamen wir einmal Mädchen in unser Heim. Sie waren aber aus Ostpreußen, das weiß ich noch genau. Sie waren gut genährt und hatten eine harte Aussprache.

In Moschwig gab es auch zwei Gefangenen-Lager. Meines Wissens war das eine Lager für russische und polnische Gefangene und in dem anderen waren Franzosen, Engländer, Holländer usw. Ein Franzose war mit einer Erzieherin befreundet, er schlich abends immer bei uns am Zaun entlang.

Die russischen Soldaten trieben gelegentlich Herden von Rindern an unserem Heim vorbei, vermutlich wurden sie nach Osten verfrachtet. Auf dem Heim-Gelände befand sich ein 150 mal 120 Meter großer Teich mit Wildenten darauf. Die russischen Soldaten schossen alle Enten ab, nur so zum Spaß.

Im Herbst 1945, nach meinem elften Geburtstag, brachte mich meine Erzieherin mit dem Zug nach Quedlinburg in ein anders Heim. Das neue Heim war größer und es ging dort sehr streng zu. Wir kamen so gut wie nie aus dem Heim raus. Es hatte sich aber herumgesprochen, wenn man raus wollte, dann sollte man Zahnschmerzen vortäuschen. Dann durfte man zu einem bestimmten Zahnarzt gehen. Es war kurz vor Weihnachten 1946, Straßen und Häuser von Quedlinburg waren schon alle weihnachtlich geschmückt und überall roch es so herrlich nach fremden Gewürzen. Ich kam an einer Bäckerei vorbei und habe etwas mitgehen lassen, ohne zu bezahlen. Im Heim angekommen, wusste man schon Bescheid und ich wurde eingesperrt. Im Keller des Heims gab es einen Dusch- und Waschraum und daneben gab es noch einen kleinen Raum, etwa zweieinhalb mal vier Meter groß. In diesen Raum wurde ich eingesperrt, bekam eine Matratze und eine Decke zum Schlafen und einen Eimer für die Notdurft. Es dauerte nicht lange, da waren wir zu dritt. Richard Lange war 14 Jahre, Rolf Deutschmann war 13 Jahre und ich war 12 Jahre alt. Da saßen wir nun und konnten über unsere Sünden nachdenken. Weihnachten ging vorbei und an uns dachte keiner, ich glaube man hatte uns vergessen.

Es war Anfang Februar des Jahres 1947, da hörten wir ein Gespräch auf der Steintreppe über uns. Es war der Heimleiter, der sich mit einem Russen unterhielt. Es ging um uns drei Jungens, so viel hatten wir verstanden und dass wir abgeholtwerden sollten. Richard meinte daraufhin, dass es jetzt Zeit wird, hier zu verschwinden. Er behielt einen Löffel bei der Geschirr-Abgabe und bastelte daraus einen Dietrich. Es dauerte bis etwa zwei Uhr in der Nacht, dann hatte er es geschafft und unsere Tür öffnete sich. Nun mussten wir etwas zum Anziehen haben, denn draußen lag ja Schnee und es war bitter kalt. Zum Glück befand sich neben dem Duschraum auch die Kleiderkammer und wir konnten uns sehr gut einkleiden. Wir hatten jeder eine Jungvolkwinter-Uniform ergattert, bestehend aus Überfallhose, kurze schwarze Jacke, dicke Unterwäsche, Socken und derbe Schuhe mit Nägeln darunter. So ausgerüstet machten wir drei uns auf den Weg nach draußen. Wir mussten noch durch die Bibliothek, dort ein Fenster öffnen und etwa zweieinhalb Meter tief in den Hof springen. Danach mussten wir einen drei Meter hohen Eisenzaun überwinden und wir waren auf der Straße. Wir waren einige Straßen weit gelaufen, da schlug die Uhr drei Uhr morgens. Jetzt mussten wir uns aber beeilen, dass wir aus Quedlinburg rauskamen, denn wir wollten nicht wieder eingefangen werden.

So wie diese Jungen haben wir damals ausgesehen

Wir sind an dem Ort Thale vorbei und einigen anderen Dörfern immer nach Westen marschiert. Im Westen sind die Engländer und Amerikaner, das wussten wir. Richtung Westen waren damals sehr viele Leute unterwegs, die hatten Rucksäcke und Taschen bei sich. Jeder schleppte so allerlei Sachen mit sich herum, zum Tauschen bei den Bauern und zum Handeln gegen Lebensmittel. Aber es gab nicht viele Lebensmittel damals. Die Grenze zum Westen musste in der Nähe sein, denn uns fiel auf, die Schieber und Schwarzhändler versteckten sich des Öfteren und wir machten es ihnen nach. Wenn die Luft wieder rein war, schlichen wir diesen Leuten hinterher.

Es dauerte zwei Tage und wir landeten in Braunlage im Harz. Dort strömten alle Leute zum Bahnhof, dort war es warm und wir konnten uns hier endlich ausruhen. Wir lagerten unter den Tischen und schliefen nach kurzer Zeit ein. Wenn wir wach wurden, kramten wir vorsichtig in den Taschen und Rucksäcken, es durfte aber keiner der Besitzer merken, bis wir etwas Essbares fanden. Zu Trinken gab es auf den Toiletten und dort konnten wir uns auch waschen.

Zwischenzeitlich waren wir nur noch zu zweit, Richard Lange und ich. Rolf Deutschmann hatten wir in einem Dorf verloren, denn dort war die halbe Dorfbevölkerung hinter uns her. Jeder von uns floh in eine andere Richtung. Ich selbst hatte mich unter einer Tanne versteckt, deren Äste bis zum Boden reichten. Viele Leute hetzten vorbei, aber niemand hat mich bemerkt. Nach ein paar Stunden bin ich vorsichtig aus meinem Versteck gekommen und in dem nächsten Dorf habe ich dann Richard wieder getroffen. Die Freude war groß, aber von Rolf Deutschmann haben wir nie mehr etwas gehört.

Eines Tages meinte Richard, dass es so nicht mehr weiter gehen solle, wir müssten etwas unternehmen, wenn wir beide überleben wollten. Was wir bräuchten, sind Lebensmittel-Karten und Geld.

Ein Brot kostete damals 110 Reichs-Mark, eine Ami-Zigarette 10 Reichs-Mark, eine Zuckerstange zum Lutschen auch 10 Reichs-Mark. Wir fingen an mit Taschendiebstahl und hatten damit großen Erfolg. Die Einnahmen übertrafen unsere Erwartungen. Wir hatten Mühe das Geld und die Lebensmittel-Karten in unseren Kleidern zu verstecken, denn wir konnten nicht immer alles auspacken, wenn wir etwas kaufen wollten.

Langsam wurde uns der Boden in Braunlage zu heiß und wir lösten eine Fahrkarte nach Hannover und fuhren los. Wir kamen in Hannover an und fanden dort den gleichen Betrieb wie in Braunlage. Hier sind wir richtig, sagten wir uns. Wir ließen es uns gut gehen. Jeder von uns beiden hatte inzwischen schon eine Aktentasche, in der wir unsere Lebensmittel aufbewahrten, wie Brot, Butter, Marmelade und Wurst. Außer dem Brot, war alles geklaut.

Eines Tages gab es eine Razzia. Da wir uns immer dort rumtrieben, wie viele Leute waren, hat man uns Kinder auch mit zur Wache genommen. Auch wir mussten unsere Taschen leeren. Zum Glück hatten wir unsere Aktentaschen mit den Lebensmitteln dabei. Schnell wurde das Brot vorsichtig ausgehöhlt und unser ganzes Geld und die Lebensmittel-Karten darin versteckt. Als wir verhört wurden, glaubte man uns, dass wir für unsere Eltern einkaufen wären und wir schnell nach Hause müssten. Man ließ uns laufen.

Es verging wieder einige Zeit und wir bemerkten einen Mann, der uns immer wieder verfolgte. Endlich sprach er uns an und wollte wissen, was wir denn so machen würden und er wolle uns gerne zum Essen einladen. Wir gingen mit, er brachte uns zu einem Frisör und dann gingen wir zu ihm nach Hause. Wir machten hier erst mal wieder die längst nötige Körperpflege und hatten sehr viel Vertrauen zu ihm. Er sah auch, dass wir beiden sehr viel Geld und Lebensmittel-Karten bei uns hatten. Er meinte, wir könnten jetzt bei ihm wohnen und er würde für uns sorgen. Das viele Geld und die Lebensmittel-Karten, sowie die Ami-Zigaretten und die Füllfederhalter, die wir auf unseren Steifzügen besorgt hatten, sollten wir doch lieber bei ihm zu Hause lassen. Richard meinte zu mir, ich solle 1000 Reichs-Mark verstecken, nur nicht hier in der Wohnung lassen.

Frisch gewaschen, die Haare geschnitten und einen neuen Freund gewonnen, zogen Richard und ich wieder los. Oder war es doch kein Freund? Gegen Abend trafen wir unseren Freund wieder am Bahnhof und er meinte zu uns, er müsse nach Hamburg fahren zu seiner Villa, Fahrkarten habe er schon besorgt und wir beide könnten mitfahren, morgen seien wir wieder zurück, er müsse dort nur mal nach dem Rechten sehen. Wir stiegen in den Zug ein, der Zug setzt sich in Bewegung und da fiel dem Herren plötzlich ein, er müsse ja in dem Schwerbeschädigten-Abteil fahren und sprang ab. Wir landeten mitten in der Nacht in Hamburg, auf dem Bahnhof wurde wir auch sofort von der Bahn-Polizei entdeckt und festgenommen. Wir wurden nach Hamburg-Harburg in ein Kinderheim gebracht, das passte uns eigentlich gut, denn hier konnten wir uns erst mal wieder richtig satt essen und in richtigen Betten schlafen.

Es vergingen etwa zwei Wochen, dann machten wir uns wieder auf die Reise. Geld hatten wir ja genug. Es ging Richtung Ruhrgebiet, von dort nach Köln und dann nach Frankfurt am Main. Hier blieben wir wieder eine Zeit lang. Ich selbst habe am Zoologischen Garten in FrankfurtSchuhe geputzt. Dort gab es einen großen Schwarzmarkt. Nebenbei habe ich noch Uhren und Lebensmittel-Karten verkauft. Richard war den ganzen Tag unterwegs und hat organisiert. Geschlafen haben wir in einem Keller-Raum. Dort müssen vorher schon welche gehaust haben, denn zwei Betten, ein Tisch und ein Schrank waren dort vorhanden. Wir konnten den Raum nur durch das Kellerfenster betreten, das wir tagsüber getarnt hatten. Wir wurden auch einige Male bei Razzien auf dem Schwarzmarkt festgenommen und mussten anschließend zur Wache. Da wir Kinder waren und immer gute Ausreden hatten, ließ man uns immer wieder laufen.

In Frankfurt wurde es uns langsam zu heiß und so zogen wir weiter über Mannheim nach Heidelberg. In Heidelberg hatten wir Pech, hier war nicht viel los. Hier gab es keinen Schwarzmarkt, wo wir untertauchen konnten. Jedenfalls fielen wir auf mit unserer Jungvolk-Winteruniform und den derben Schuhen mit den Nägeln unter der Sohle. Jeder Schritt war zu hören. Ein paar Stunden waren wir gerade in Heidelberg, da wurden wir festgenommen. Es ging zur Entlausung, dort mussten wir unsere Kleider abgeben, wir mussten unter die Dusche und anschließend wurden wir neu eingekleidet. Es folgte die übliche Befragung und wir wurden in eine Einrichtung für Kinder gebracht. Von dort konnten wir das Heidelberger Schloss sehen, es lag genau gegenüber auf der anderen Bergseite.

In Heidelberg hielten wir es nur ein paar Tage aus und wir machten uns wieder aus dem Staub. Wir wollten dieses Mal zur Schweiz, das war unser Ziel. Wir landeten erst mal in Stuttgart. Dort war gerade ein großes Auto-Rennen auf der Rennstrecke Solitude. Richard wollte unbedingt das Auto-Rennen sehen. Ich sagte ich sei einverstanden und blieb am Bahnhof und passte auf unsere Taschen auf. Dabei bin ich wohl eingeschlafen, denn ein Polizist hat mich plötzlich geweckt. Es folgte die übliche Befragung, wir warteten dann, bis Richard vom Rennen zurück kam und dann ging es ab zur Wache. Von der Polizeiwache ging es zu einer Einrichtung für Jugendliche in den Stadtteil Bad Cannstatt. Ich erinnere mich, dass dort auch ein großer Sportplatz war.

Nach ein paar Tagen kam ein feiner Herr, namens Albert Gütle, und brachte mich zu seinem Bruder Otto Gütle nach Weipertshofen bei Crailsheim bzw. Schwäbisch Hall. Dort hatte Otto Gütle einen kleinen Bauernhof mit etwa 35 Morgen Land und acht Kühen. Nebenbei war er noch Hausschlachter und spielte am Wochenende in den umliegenden Dörfern zum Tanz auf. Otto Gütle war verheiratet und hatte mit seiner Frau einen erst par Monate alten Sohn. Ich hatte mich schnell eingelebt und fühlte mich richtig wohl bei dem Bauern. Ich ging auch in dem Dorf zur Schule. Unser Lehrer hieß Bernhard Teufel, er kam immer mit dem Motorrad mit Seitenwagen zur Schule. Auch hier gefiel es mir sehr gut und das Lernen in der Schule machte mir keine Schwierigkeiten und ich war mit dem Lehrstoff immer viel weiter, wie die anderen. Herr Albert Gütle aus Stuttgart schickte mir Lehrbücher, mit denen ich gerne gearbeitet habe.

Im Jahre 1948 wurde ich konfirmiert. Wir waren zwei Jungen und ein Mädchen und die Kirche war direkt unserem Hof gegenüber.

Im selben Jahr war auch die Währungsreform, es gab neues Geld. Die Reichs-Mark wurde abgelöst und die Deutsche Mark wurde eingeführt. Jeder Deutsche erhielt 40 Deutsche Mark.

Jetzt fing für mich der Ernst des Lebens an. Einmal in der Woche fuhr ich mit dem Fahrrad nach Crailsheim zur Landwirtschaftlichen Berufsschule. Das dauerte zwei Jahre. Die meiste Zeit musste ich unsere Kühe versorgen. Das hieß melken, füttern und ausmisten. Mit den Kühen musste ich auch unsere Felder bestellen. Mit den Kühen konnte ich gut arbeiten, sie liefen gut vor dem Wagen und dem Pflug, sowie vor der Egge und der Sämaschine. Zum Mähen hatte der Bauer einen Motormäher mit Mähbalken der Firma Gutbrod, den er aber immer selbst bediente. Es war ein Einachser, den ich ab und zu vom Feld nach Hause fahren durfte.

1950 wollte ich gerne Zimmermann werden, aber man riet mir, ich solle doch lieber Bäcker werden. In der Backstube sei es immer schön warm, es gäbe immer genug zu Essen und man bräuchte nicht bei Wind und Wetter draußen zu arbeiten. Schon war ich überredet. Unser Pastor im Dorf meinte noch, ich solle doch Missionar werden und ins Ausland gehen, um die Heiden zu missionieren. Das Vorhaben scheiterte doch schon bei der Frage, wer die Ausbildung bezahlen solle.

Ein Bäckermeister für meine Ausbildung war schnell gefunden. Es meldete sich der Innungsmeister Karl Klaiber aus Neuenstein bei Öhringen im Hohenlohekreis in Baden-Württemberg. Er kam eines Tages mit seinem Dreirad-Kastenwagen, um mich abzuholen. Ich packte meine Sachen und wir fuhren nach Neuenstein. Meine Lehrzeit als Bäcker konnte beginnen. Unter dem Dach fand ich meine Bleibe, es war kein Zimmer, es war mehr ein Verschlag in der Dachspitze. Er hatte keine Tür. Die Einrichtung bestand aus einen Bett, einem Stuhl und einem zweitürigen Schrank.

Bäckerei Klaiber

Zur Familie von Bäckermeister Klaiber zählte, neben seiner Frau, die Tochter Lili mit 20 Jahren und der Sohn Karl, er war so alt wie ich und ging auf das Gymnasium. Herr Klaiber besaß noch einen Stall mit drei Schweinen, einen Hühnerhof, etwa 500 Meter vom Haus entfernt, eine Nudelfabrikation – er produzierte etwa drei Doppelzentner Nudeln im Monat – und einen Getränkegroßhandel. Die Familie Klaiber betrieb, neben der Bäckerei und Konditorei, noch einen großen Kolonialwarenladen. Daneben besaß sie noch einen Weinberg von drei Morgen und eine Apfelplantage. Und zum Arbeiten hatte man mich ja besorgt. In der Backstube waren der Meister Klaiber, ein Geselle, ein Lehrling und ich als zweiter Lehrling. Der Tagesablauf war folgender: Ich wurde morgens um vier Uhr geweckt und war der erste in der Bachstube und musste den Backofen anheizen. Es war ein Röhrenbackofen mit indirekter Beheizung. Wenn der Backofen angeizt war, kam der Geselle und der Meister und es ging los. Um sechs Uhr kam dann der andere Lehrling, er wohnte noch bei seinen Eltern. Um sieben Uhr musste ich mit dem Fahrrad und der Kätze auf dem Rücken die erste Fuhre Brot und Brötchen ausfahren. Die Kätze ist ein Korb, der auf dem Rücken getragen wird. Danach wurde gefrühstückt und anschließend begann die zweite Fuhre. Dieses Mal kamen zu dem Brot und den Brötchen, noch Teilchen, Tabak, Zigaretten, Suppenwürfel, Nudeln in verschiedenen Sorten und es ging über die Dörfer. Je nach Wetterlage konnte diese Fuhre bis zum Mittag dauern, denn ich musste ja hausieren, überall anklopfen und fragen: „Brauchen Sie heute etwas?“ Auch Bestellungen für größer Aufträge musste ich aufnehmen, wie Torten, Getränke usw. Da konnte ich nicht das eine oder andere Dorf auslassen, dann haben sich die Leute bei meinem Meister beschwert. Kam ich dann mittags nach Hause, gab es was zu essen. Danach musste ich die Schweine und Hühner versorgen. War das erledigt – es war inzwischen schon zwei bis drei Uhr nachmittags –, durfte ich die Backstube säubern. Der andere Lehrling und der Geselle waren schon nach Hause gegangen. So einfach war das damals. Danach war für mich aber noch kein Feierabend. Da ich ja mit im Haus wohnte, durfte ich mitfahren, wenn Getränke geholt wurden. Der Sohn fuhr dann den Dreirad-Kastenwagen und ich durfte mitfahren. Abends musste dann noch der Sauerteig angesetzt werden für das Brot, dass am nächsten Tag gebacken wurde. Es gab für mich immer etwas zu tun.

In meinem ersten Lehrjahr hielt ich es nicht für so außergewöhnlich, dass ich immer in Bewegung gehalten wurde. Zur Berufschule musste ich, mit dem Fahrrad

ca. 8 Klm. nach Öhringen fahren, hier traf ich eines Tages meinen Freund Karl Fruh aus Weipertshofen wieder, der das Fleischerhandwerk in Öhringen erlernte. Die Freude war groß, denn wir hatten in derselben Schule Unterricht. Wir waren schon im zweiten Lehrjahr – es war das Jahr 1952 – und wir tauschten immer unsere Butterbrote, denn Karl hatte gute Wurst auf den Broten und ich brachte immer Kuchen oder Teilchen vom Vortag mit.

Eines Tages wurden in der Berufsschule Befragungen durchgeführt. Auf vorgedruckten Formularen musste man Auskunft geben über die Ausbildung, die Arbeitszeiten usw. Da fiel mein Lehrmeister auf, er war Innungsobermeister und sein Lehrling hatte keine Freizeit. Mir wurde von meinem Berufsschullehrer geraten, mit meinem Meister die Sache mit der Freizeit zu besprechen. Aber es änderte sich nichts. Auf Anraten der Berufsschule machte ich dann eine Anzeige gegen meinenMeister. Es kam zu einer Gerichtsverhandlung, mein Meister Klaiber musste 50 Mark Strafe bezahlen und ich musste noch mehr arbeiten. Jetzt ging das Spiel erst richtig los. Jeden Monat machte ich eine Anzeige gegen meinen Meister, immer wieder kam es zu einer Gerichtsverhandlung und er bezahlte regelmäßig seine Strafen. Die strafen wurden immer höher und für mich wurde es nicht besser, ja es wurde immer schlimmer.

Der Bauer, bei dem ich vorher in Stellung war, kümmerte sich nicht um mich und meine Mutter, deren Adresse ich in der Zwischenzeit ausfindig machen konnte, war weit weg. Sie wohnte in Leipzig in der Zolinkoferstraße 53. Sie konnte mir also auch nicht beistehen. So war ich alleine der Willkür meines Meisters ausgesetzt. Meine Lehrzeit wurde für mich immer schwerer zu ertragen und ich fing an unehrlich zu werden und bestahl meinen Lehrmeister. Mal war es eine Flasche Wermut, mal waren es Zigaretten, eine Tafel Schokolade usw.

Der Lehrmeister kam dahinter und zeigte mich an. Es kam zu einer Gerichtsverhandlung und ich wurde zu sechs Wochen Jugendgefängnis verurteilt. Die Strafe habe ich in Schwäbisch Hall verbüßen müssen, vier Wochen in Einzelhaft, im dritten Stock des Gefängnisses. Die letzten zwei Wochen durfte ich zu den anderen Gefangen, dort wurden Fußmatten geflochten und andere Dinge. Man wurde hart rangenommen.

Bei der Gerichtsverhandlung versprach mein Lehrherr dem Richter, dass er mich nach Verbüßung der Strafe wieder einstellen wolle und ich meine Lehre bei ihm beenden könne. Im September 1952 kam ich wieder aus dem Gefängnis und traf bei meinem Lehrherrn ein. Wie ich mich fühlte, kann sich wohl jeder denken. Mein Lehrmeister musste in der Zwischenzeit die Kunden selbst bedienen und hatte überall erzählt, was er doch für einen tollen Lehrling habe. Als ich dann wieder zu den Kunden kam, musste ich mir die tollsten Geschichten anhören, die mein Lehrherr über mich in Umlauf gebracht hatte.

Meine Mutter

Im Jahre 1953 war der Umsturz-Versuch in der DDR, der damaligen Deutschen Demokratischen Republik, der bekanntlich von den russischen Panzern niedergewalzt wurde. Zu dieser Zeit hatte ich gerade meine theoretische Prüfung hinter mir. Mein Lehrherr fuhr mit seiner Familie übers Wochenende in die Schweiz. Sie fuhren zu dem Liebhaber bzw. zukünftigen Bräutigam seiner Tochter Lili. Man kannte ihn nur aus der Zeitung. Ich war wieder allein, musste das Vieh versorgen und auf das Anwesen aufpassen. Das passte mir nun aber gar nicht und ich bekam Heimweh nach meiner Mutter. Ihre Adresse hatte ich, wie zuvor geschildert, zwischenzeitlich ausfindig machen können. Jahrelang hatte ich nach ihr gesucht.

Es war im Juli 1953, ich packte ein paar Sachen zusammen, ich schwang mich auf das Fahrrad von meinem Bäckermeister und ab ging es. Über Rothenburg ob der Tauber und Hof, kam ich über die Autobahn nach Leipzig. Ich hatte keine Schwierigkeiten, denn die Grenzen waren damals noch nicht geschlossen. In Leipzig angekommen, war die Freude groß. Am selben Abend lernte ich auch meine Schwester Hildegard kennen. Sie wohnte auf der Dreilinden-Straße 2 in Leipzig-Lindenau bei einer Frau Teuerling, diese hatte einen kleinen Tabakwaren-Laden. Bei diesem Besuch erfuhr ich, dass meine Schwester mit 12 Jahren sterilisiert wurde. Ihr Aussehen sollte nicht der damaligen Norm entsprochen haben. Meine Mutter erzählte mir zum ersten Mal von ihrer Ehe mit meinem Vater, dass sie auf dem Dorf gelebt hätten, ihre Schwiegermutter gegen sie hetzte und ihr Mann sich nicht sehr charmant zu ihr benommen hätte. Meine Mutter sei dann nach Leipzig gegangen, weil dort viele Verwandte wohnten.

In Leipzig habe sie auch die Bewegung der so genannten Lebensborne kennen gelernt. Ich konnte damals mit dem Begriff nicht viel anfangen.

In Leipzig wollte ich meine praktische Prüfung im Bäcker- und Konditor-Handwerk nachholen, aber das war leider nicht möglich. Nur kurze Zeit hatte ich dann bei einem Bäcker gearbeitet. Weil mir dann die Nachprüfung versagt wurde, habe ich gekündigt und in der Gießerei „Becker und KO.Treuhand“ als Sandformer angefangen zu arbeiten, in Tag- und Nachtschichten. Nach etwa sechs Wochen verunglückte ich schwer. Beim Umsetzen der Grauguss-Formen, damit wieder Platz war für die neuen Formen, lief mir flüssiges Eisen in den linken Schuh. Der Guss in den Formen war noch nicht kalt genug, es waren zwar nur ein paar Perlen davon, in meinen Schuh gelaufen, aber es reichte und ich landete für zehn Wochen im Krankenhaus. Es musste eine Hautverpflanzung durchgeführt werden, das war sehr aufwendig. Es ist aber sehr gut gemacht wurden, denn ich habe bis heute keine Beschwerden mehr gehabt.

Im Frühjahr 1954 war mein Fuß wieder geheilt und ich sollte wieder bei der Grauguss-Gießerei anfangen zu arbeiten. Ich hielt es aber nicht mehr bei meiner Mutter aus und wollte weg. Zu dieser Zeit stand auf dem Platz der Kleinmesse in Leipzig-Lindenau der Circus Paul Busch. Ich schaute mir das Programm an und war so begeistert von diesem Circus, dass ich sofort nach Arbeit fragte. Ich wurde eingestellt und ich machte als Raubtier-Pfleger drei Tourneen durch die damalige DDR. Unser Winterquartier war in Hoppegarten in Brandenburg, auf der weltbekannten Pferderennbahn. In der Reithalle hatten wir die Löwen, Panter und Tiger in ihren Käfigen untergebracht. In der Mitte der Reithalle stand der große Raubtierkäfig, in dem fast jeden Tag mit den Raubtieren trainiert wurde. In Hoppegarten lernte ich auch das Spleißen von Hanf- und Drahtseilen.

Im Sommer 1956 zog es mich wieder weiter und ich flüchtete über das Flüchtlingslager Marienfelde in West-Berlin in den Westen Deutschlands. Im Flüchtlingslager, in dem sich damals nach meiner Schätzung 600 Personen befanden, musste man lange warten, bis man ausgeflogen wurde. Wenn man Geld hatte und wusste, wo man hin wollte, ging es schneller. Ich hatte beides nicht.

Eines Tages war am Schwarzen Brett zu lesen, dass die Zechen – also Kohlebergwerke – im Westen Arbeiter suchten und wer dort arbeiten möchte, würde sofort ausgeflogen. Das war eine gute Gelegenheit für mich, das Lager zu verlassen. Ich meldete mich also für die Arbeit in der Zeche. Ein paar Tage später ging es mit dem Flugzeug ab nach Hannover. Dort angekommen, wurden wir auf verschiedene Busse aufgeteilt und jeder Bus fuhr eine andere Zeche an. So landete ich in Herne auf der Zeche „Schamrock I-II“. Unterkunft bekam ich im Bullenkloster, so wurde die Unterkunft genannt. Ich wurde mit dem Nötigsten für die Grube eingekleidet und es gab reichlich zu essen und zu trinken.

Im Circus Busch

Mein Gastspiel auf der Zeche dauerte gerade vier Wochen, da stand wieder ein Circus auf dem Marktplatz von Herne. Dieses Mal war es der „Circus Paula Busch“. Paula ist die Tochter von Paul Busch. Die beiden hatten sich vor einiger Zeit getrennt, der eine Circus trat im Osten, also in der DDR, auf und der andere im Westen, in der Bundesrepublik Deutschland. Im Circus habe ich mich vorgestellt, bekam auch sofort Arbeit und durfte mitreisen, von einer Stadt zur anderen. Auf der Zeche hatte ich alles liegen lassen, Hauptsache weg. Im Circus fing nun wieder das schöne Leben an. Die Sonne und die Freiheit hatten mich wieder. So ging es durch mehrere Städte im Ruhrgebiet. Eines Tages standen wir mit unserem Circus auf dem Marktplatz von Moers. Die Vorstellungen liefen prima und da stand auf einmal Heinz Krüger vor mir. Wir kannten uns aus dem „Circus Paul Busch“, aus dem Osten, der DDR. Endlich mal ein alter Bekannter, freute ich mich. Heinz Krüger arbeitete da schon bei der Firma Krupp-Stahlbau in Rheinhausen. Er erzählte mir, wie viel gutes Geld er dort verdiene und schnell war ich überredet, auch bei Krupp anzufangen. Und ich durfte bei ihm wohnen.

Beim Stahlbau Rheinhausen

Es ging uns gut und wir beide machten den Motorrad-Führerschein. Heinz kaufte sich eine NSU-Max und ich kaufte die NSU-Lux. So waren wir beide sehr mobil, wir arbeiteten auf vielen Baustellen außerhalb des Werkes und waren auch sonst viel unterwegs. 1957 erhielt Krupp einen Auftrag eine große Brücke zu bauen am Eriesee in den USA. Ich wollte natürlich dorthin, um eventuell auch dort zu bleiben. Die nötigen Papiere für die Reise im September 1957 waren schon fertig. Aber es kam anders.

Es war am Muttertag des Jahres 1957. Mein Freund Heinz Krüger und ich gingen zum Tanzen. Heinz forderte ein hübsches Mädchen zum Tanzen auf. Sie war mit ihren Eltern dort. Das wussten wir aber nicht, wir dachten, es sei die Tochter von der Metzgerei, bei der wir immer einkaufen gingen. Es stellte sich dann heraus, dass sie dort als Lehrmädchen tätig war. Dieses Lehrmädchen wurde später meine Frau.

1958 wurde geheiratet, kurz darauf wurde unser erster Sohn Udo geboren. Die Söhne Jürgen und Thomas erblickten 1961 und 1965 das Licht der Welt. Der Aufbau einer Familie war am Anfang doch sehr schwer.

Nach meiner Tätigkeit im Stahlbau hatte ich zwischen 1965 und 1968 in Rheinhausen einen Hundfrisiersalon eröffnet und betrieben.

Hundefrisiersalon

Im Jahre 1971 packte mich noch mal das Reisefieber. Ich wollte mit meiner Frau und den Kindern nach Australien auswandern. Doch ich wurde krank und wegen der berechtigten Einwände meiner Frau sind wir dann doch hier geblieben.

Meine berufliche Zeit konnte ich beenden als Meister und Leiter einer Abteilung bei einem großen Chemie-Unternehmen in Krefeld-Uerdingen. Ich habe mir und meiner Familie ein Haus gebaut. Wir haben drei Schwiegertöchter und vier Enkel dazu bekommen.

Ich lebe jetzt im Ruhestand und kann mich um die Aufarbeitung meiner Vergangenheit kümmern. Deshalb bin ich auch 1999 der WGfF beigetreten, die mir helfen soll, bei dem Auffinden meiner Vorfahren und Familienmitglieder. Und warum mein ältester Bruder Hugo Albert in Bernburg 21-jährig vergast wurde. Doch leider muss ich feststellen, dass ich bei allen mir bekannten und noch lebenden Verwandten bis jetzt auf eisiges Schweigen stoße.

Korrektur gelesen am 09.04.08

Rolf Schmidt

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Duyurular:Auf den Spuren der Ahnen.
Alrosch tarafından 7 Kas 2008 08:40 tarihinde eklenmiştir

Am 19.11.2008

um 20:45 Uhr,

zeigt der - MDR - eine tolle Sendung, vom 3ten Reich.

Es handelt sich da, um die Familie "SCHMIDT" um 1936,

wie sie von den Nazies auseinander genommen wurde.

Der einzig überlebende, hat dieses zu Protokoll gebracht,

für die Nachkommen.

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:Erlebnis mit 2 Sowjetsoldaten 1947 Februar
Alrosch tarafından 11 Tem 2008 08:45 tarihinde eklenmiştir

Erlebnis mit 2 Sowjet-Soldaten, Februar 1947

Wir hatten uns viel vorgenommen, auf der Flucht, aus dem Kinderheim in Quedlinburg,

mitten im Winter, es war Februar 1947 und sehr kalt.

Hier ein kurzes Erlebnis, von Richard Lange, 14 J. und Rolf Schmidt, 12,5 J.

Wir sind über den Ort Thale und kamen dann an einige Dörfer vorbei, immer Richtung Westen, da sind die Engländer und die Amerikaner, das wussten wir. Richtung Westen waren damals sehr viele Leute unterwegs, die hatten Rucksäcke und Taschen dabei, jeder schleppte so allerlei Sachen mit sich herum, zum Tauschen bei den Bauern und zum Handeln für Lebensmittel, in den Geschäften gab es nicht viele Lebensmittel damals.

Die Grenze zum Westen musste in der Nähe sein, denn die Schieber und Schwarzhändler versteckten sich des öffteren, das viel uns auf und wir machten es ihnen nach und wenn die Luft rein war schlichen wir den Leuten hinterher.

Der Abend kam, es wurde immer dunkler, auf einmal hatten wir den Anschluss verpasst

und wussten nicht weiter, wir waren auch müde geworden, vom herum Schleichen und immer auf der Hut sein, auch haben wir die Nacht davor kaum geschlafen.

Rechts und links an der Straße waren Straßengräben und auf der einen Seite lag ein großer Haufen langer Bäume, zum Abtransport bereit.

Im Straßengraben unter den Bäumen lag kein Schnee und so krochen wir darunter und wollten uns Schlafen legen, aber es war so kalt, Richard meinte, wir sollten aufstehen und uns bewegen, sonst erfrieren wir. Wir konnten uns kaum bewegen, so steif waren wir.

Als wir auf der Straße entlang liefen, entdeckten wir im Wald ein Licht, Richard meinte, da gehen wir jetzt hin. Als wir dort ankamen, stand da eine Baracke ca. 2,5 m x 3,50 m mit einem kleinen Fenster und einem Ofenrohr, das qualmte. Langsam und leise schlichen wir um die Hütte und klopften an die Tür, es wurde geöffnet und zwei Russen mit Maschinenpistolen kamen rausgestürmt und brüllten etwas auf Russisch, fast hätten Sie uns erschossen, aber Sie erkannten den Irrtum und holten uns in die warme Hütte.

Darin standen eine große Liege, ein Ofen und ein Stuhl, das war alles

Sie gaben uns etwas zu Essen und zu Trinken und fragten uns, woher wir kämen und wohin

wir wollten, dann durften wir uns auf die große Liege hinlegen und wir schliefen bis zum

anderen Morgen.

So ausgeruht, konnten wir den Weg Richtung Braunlage fortsetzen.

Es dauerte ca. 2 Tage, dann landeten wir in Braunlage und alle Leute strömten zum Bahnhof.

Im Bahnhof von Braunlage, da war es warm und wir konnten uns endlich ausruhen, das heißt, wir lagerten unter den Tischen und schliefen nach kurzer Zeit ein, wenn wir wach wurden, dann kramten wir vorsichtig in den Taschen und Rucksäcken herum (das durfte keiner der Besitzer merken), bis wir etwas Essbares fanden und zu Trinken gab es auf den Toiletten,

dort konnte man sich auch waschen.

Krefeld, den 10.07.2008

Rolf Schmidt

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:Traurige Weihnachten 1946 in Quedlinburg.
Alrosch tarafından 24 Mar 2008 05:51 tarihinde eklenmiştir

1946 Es muss Ende September, Anfang Oktober gewesen sein, nach meinem 12ten Geburtstag, da brachte mich eine Erzieherin mit dem Zug nach Quedlinburg, in ein anderes Heim. Das neue Heim war sehr klein und streng, daran kann ich mich noch gut erinnern. Wir kamen ja so gut wie nie aus dem Heim raus. Es hatte sich aber unter uns rum gesprochen, wenn man raus will sollte man Zahnschmerzen vortäuschen, und schon durfte man zu einem bestimmten Zahnarzt gehen. Es war kurz vor Weihnachten, in den Straßen und Häusern von Quedlinburg war schon alles Weihnachtlich geschmückt und überall roch es so herrlich nach fremden Gewürzen. Ich kam an eine Bäckerei vorbei, habe dort etwas mitgehen lassen, ohne zu bezahlen.

Im Heim angekommen, da wusste man schon bescheid und ich wurde eingesperrt. Im Keller war der Dusch,- und Waschraum und daneben war noch ein kleiner Raum unter der Steintreppe, von ca. 2,5 m x 3,0 m. In diesen Raum wurde ich eingesperrt, bekam eine Matratze, eine Decke und einen Eimer für die Notdurft.

Es dauerte nicht lange, da waren wir zu dritt. Richard Lange 14 J. Rolf Deutschmann 13 J. Rolf Schmidt 12 J. Da saßen wir nun und konnten über unsere Sünden nachdenken. Weihnachten 1946 ging vorbei und an uns dachtekeiner, ich glaube man hatte uns vergessen.

1947 Es war Anfang Februar, da hörten wir ein Gespräch auf der Steintreppe über uns. Es war der Heimleiter und ein Russe. Es drehte sich um uns drei Jungs, so viel haben wir verstanden und das wir abgeholt werden sollten. Richard meinte, jetzt wird es Zeit das wir hier verschwinden, er behielt einen Löffel, bei der Geschirr- Abgabe und bastelte daraus einen Dietrich. Das dauerte bis ca. 2°°Uhr in der Nacht, dann hatte er es geschafft

und unsere Tür öffnete sich. Nun mussten wir auch etwas zum anziehen haben, denn draußen lag ja Schnee und es war bitter kalt. Zum Glück befand sich neben dem Duschraum auch die Kleider-Kammer und wir konnten uns sehr gut einkleiden. Es war die Jungfolk-Winter-Uniform, (Überfallhose, kurze Jacke und dicke Unterwäsche, Socken und derbe Schuhe mit Nägeln darunter), so Ausgerüstet machten wir drei uns auf den Weg nach draußen. Wir mussten noch durch die Bibliothek, dort ein Fenster öffnen und in den Hof springen, ca. 2,5m, dann über den Eisen-Zaun auf die Strasse Springen, ca. 3,0m. Wir waren einige Strassen weit gelaufen, da schlug die Uhr, es war

3°°Uhr, jetzt mussten wir uns aber beeilen, dass wir aus Quedlinburg rauskamen, sonst werden wir wieder eingefangen.

Wir sind über den Ort Thale und kamen dann an einige Dörfer vorbei, immer Richtung Westen, da sind die Engländer und die Amerikaner, das wussten wir. Richtung Westen waren damals sehr viele Leute unterwegs,die hatten Rucksäcke und Taschen dabei, jeder schleppte so allerlei Sachen mit sich herum, zum Tauschen bei den Bauern und zum Handeln für Lebensmittel, in den Geschäften gab es nicht viele Lebensmittel damals.Die Grenze zum Westen musste in der Nähe sein, denn die Schieber und Schwarzhändler versteckten sich des öffteren, das viel uns auf und wir machten es ihnen nach und wenn die Luft rein war schlichen wir den Leuten

hinterher. Der Abend kam, es wurde immer dunkler, auf einmal hatten wir den Anschluss verpasst und wussten nicht weiter, wir waren auch müde geworden, vom herum Schleichen und immer auf der Hut sein. Rechts und links an der Straße waren Straßengräben und auf der einen Seite lag ein großer Haufen langer Bäume, zum Abtransport bereit. Im Straßengraben unter den Bäumen lag kein Schnee und so krochen wir darunter und wollten uns Schlafen legen, aber es war so kalt, Richard meinte, wir sollten aufstehen und uns bewegen, sonst erfrieren wir. Wir konnten uns kaum bewegen, so steif waren wir. Als wir auf der Straße entlang liefen, entdeckten wir im Wald ein Licht, Richard meinte, da gehen wir jetzt hin. Als wir dort ankamen, stand da eine Baracke ca. 2,5 m x 3,50 m mit einem kleinen Fenster und einem Ofenrohr, das qualmte. Langsam und leise schlichen wir um die Hütte und klopften an die Tür, es wurde geöffnet und zwei Russen mit Maschinenpistolen kamen rausgestürmt und brüllten etwas auf Russisch, fast hätten Sie uns erschossen, aber Sie erkannten den Irrtum und holten uns in die warme Hütte. Darin stand eine große Liege, ein Ofen und ein Stuhl. Sie gaben uns etwas zu Essen und zu Trinken und fragten uns, woher wir kämen und wohin wir wollten, dann durften wir uns auf die große Liege hinlegen und wir schliefen bis zum anderen Morgen. So ausgeruht, konnten wir den Weg Richtung Braunlage fortsetzen.

Es dauerte ca. 2 Tage, dann landeten wir in Braunlage und alle Leute strömten zum Bahnhof. Im Bahnhof von Braunlage, da war es warm und wir konnten uns endlich ausruhen, das heißt, wir lagerten unter den Tischen und schliefen nach kurzer Zeit ein, wenn wir wach wurden, dann kramten wir vorsichtig in den Taschen und Rucksäcken herum (das durfte keiner der Besitzer merken), bis wir etwas Essbares fanden und zu Trinken gab es auf den Toiletten, dort konnte man sich auch waschen.

Nach ein paar Tagen waren wir ausgeruht und hatten auch genug zu Essen. Wir waren nur noch zu zweit, Richard Lange und Rolf Schmidt. Rolf Deutschmann hatten wir in einem Dorf verloren, denn dort war das halbe Dorf hinter uns her, wir hatten etwas geklaut, jeder floh in eine andere Richtung. Ich selbst habe mich unter eine Tanne versteckt, deren Äste gingen bis auf den Boden, viele Leute hetzten vorbei, keiner bemerkte mich, nach ein paar Stunden bin ich vorsichtig aus meinem Versteck gekommen und in dem nächsten Dorf habe ich dann Richard wieder getroffen, die Freude war groß, aber von Rolf Deutschmann haben wir nichts mehr gehört.

Krefeld, den 24. März 2008

Rolf Schmidt

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